Die Visitenkarte von Procida
ist der Hafen Marina Grande, der auch “Sent’Co”,
d.h. Sancio Cattolico genannt wird, wegen
seiner wichtigen Rolle, die er einst als
religiöses Zentrum für alle Seefahrer
gespielt hat.
Der Hafen von Procida ist kein natürlicher
Hafen. Er ist nur die dem Festland am nächsten
gelegene Seite, an der die Procidaner ihre
Häuser in tausend verschiedenen Farben
errichtet habe. Wenn man auf der Insel aus
dem Schiff steigt, glaubt man sich gegenüber
einer vielfarbig bemalten Weihnachtskrippe,
mit mediterraner Architektur und arabischen
„Einflüssen“, besonders
gut erkennbar im eindrucksvollen Palazzo
Merlato (Palast mit Zinnen), der sich genau
gegenüber dem Kai und der Anlegestelle
befindet.
Es ist der Palazzo Montefusco
(12. Jahrhundert), der auch Palazzo Catena
(Kettenpalast) genannt wird, da einst die
Straße, die ihn durch die Gärten
hindurch mit seinem hinteren Teil - dem
Palazzotto Montefusco - verband, durch eine
Kette für Passanten versperrt war.
Seit 1950 ist diese kleine Allee durch die
Verkehrsader der Via Libertà unterbrochen.
Seit damals verstehen die Procidaner unter
Palazzo „Merlato“ die im Hafen
vorhandene Struktur und unter Palazzo Catena,
jene die im Canale angesiedelt ist, einer
alten Verbindungsstraße des Hafens
mit dem Rest der Insel, die so heißt,
weil sie einst als Abflussrinne für
Regenwasser diente.
Ebenfalls
im Canale kann man den Palazzo Rosato aus
dem achtzehnten Jahrhundert besichtigen,
mit seiner wunderbaren architektonischen
Struktur, sowie die Kirche S. Leonardo,
(Ende 16. Jahrhundert), an deren Außenseite
man eine der Madonna geweihte Votivkapelle
sehen kann.
Der Hafen, der auf beiden Seiten in Strände
mit kristallklarem Meer übergeht, ist
etwa achthundert Meter breit und wird durch
vier begehbare Hafenmolen geschützt,
beliebtes Ziel für Hobbyangler und
romantische Spaziergänge verliebter
Paare. Der erste Strand, wo sich ein alter
Treppenweg befindet, der zum„Torre
di Tabaia“, einem aus dem sechzehnten
Jahrhundert stammenden Turm, sowie zum Casale
Vascello und somit zur Piazza dei Martiri
oberhalb von Corricella, führt, wird
Strand der Zunge, oder Strand des Kreuzes
genannt, wegen des Vorhandenseins einer
hohen Klippe aus schwarzem Lavagestein,
auf der im Gedenken an ein weit zurückliegendes
Schiffsunglück ein Kreuz errichtet
wurde. Der zweite Strand ist jener der „Grotte“,
(aufgrund der zahlreichen in den Tuffstein
gehauenen und als Bootsschuppen und Lagerräume
eingerichteten Höhlen), auch Strand
der „Cannone“(Kanone) genannt,
da es wenige Meter vom Strand entfernt ein
winziges Inselchen gibt, worauf eine antike
Kanone befestigt wurde, die als Sonnenuhr
diente, und als Signal für die Arbeiter
der nahen Schiffswerft, indem zu bestimmten
Stunden mit ihr geschossen wurde. Unterhalb
der Häuser mit den typischen Bogenfenstern,
den hohen Balkonen mit Blick zum Meer (vefi),
und mit den charakteristischen steilen,
engen, langen und geraden Zugangstreppen,
öffnen sich Verkaufsräume der
Fischer, Ladenlokale, Bars, Restaurants,
Kneipen und Pizzerien, die den Hafen morgens
und abends von einer bloßen Anlegestelle
in den lebhaftesten Treffpunkt der Insel
verwandeln.
Entlang
der Hafenpromenade verdienen die beiden
für tausende procidanischer Seeleute
wichtigsten religiösen Symbole besondere
Beachtung: Das hölzerne Kruzifix, das
auf 1845 datiert wird, und die Kirche Santa
Maria della Pietà, die 1760 über
einer Kapelle aus dem 17. Jahrhundert errichtet
wurde, und die auch „Chiesa dei Marinai“,
-Kirche der Seefahrer-, genannt wird, weil
sie von der Gesellschaft „Pio Monte
dei Marinai“ gestiftet wurde, einer
sozialen Einrichtung zur Unterstützung
der Seefahrer und ihrer Familien. Die schöne
und große Piazza vor der Kirche, Bühne
fast aller folkloristischen Veranstaltungen
auf der Insel, stellt die Grenze zwischen
dem Handelshafen und dem Touristenhafen
dar, von wo aus man das einzige aber hochmoderne
Kino der Insel, das Procida Hall, entdecken
kann, sowie das ruhmreiche „Istituto
Nautico Francesco Caracciolo” (mit
170 Jahren älteste Seefahrtsschule
Europas), auch Sitz des Meeresmuseums. Kurz
davor, bei Hausnummer 10, war einst das
Hotel „Albergo Della Vittoria“,
wo Alphonse de Lamartine logierte, der Autor
des Graziella-Romans, dessen Heldin, die
Tochter eines procidanischen Fischers, das
charakteristische Bild der Schönheit
dieser Insel symbolisiert.
Visual Tour di Marina
Grande
Zu
besichtigen
· Palazzo Merlato · Chiesa
della Pietà · Chiesa
di S. Leonardo · Spiaggia
della Lingua · Spiaggia del
Cannone · Istituto Nautico
e Museo del mare · Palazzo
Catena · Nuovo porto turistico
· Palazzo Rosato
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