| |
|
| |
|
|
| |
 |
| |
|
|
| |
|
 |
| |
|
|
|
|
|
|
|
Eine Meeresfrucht.
Procida ist wie eine Auster, eine Krabbe,
eine Gorgonie. Ein winziges, heimeliges
Land, und doch hat Procida eine unglaubliche
Geschichte, die Tag für Tag von zahllosen
Fischern, Abenteurern und stolzen Seefahrern
geschrieben wurde. Procida ist eine streitbare
Perle, die im Verlauf der Jahrhunderte dazu
beigetragen hat, die mittelalterlichen Phantasien
anzuregen, und die Geschichten von Erzählern,
die es auf den Spuren ferner Paradiese fortgetrieben
hat.
Procida ist die Insel der jungen Mädchen,
die Insel des Rubins, die glückliche
Insel.
Procida ist eine winzige Insel, lieblich
und verschwiegen, die kleinste im Golf von
Neapel.
|
|
|
| |
|
|
|
|
|
|
| |
|
|
|
|
|
Ein archaischer Ort einer Lebensart, die
im Dunkel der Zeiten verloren gegangen ist.
Procida ist ein warmer Körper aus blondem
Tuff, eingetaucht ins funkelnde Blau des
Mittelmeers. Hierher kommt man nicht aus
Vergnügungssucht, nicht aus Lust auf
künstlich vorgefertigte Plastik-Freuden.
Hierher kommt man aus Berufung. Berufung
zur Natur, zur Einfachheit, zur Ruhe, zum
Zauberhaften.
Procida ist ein Gefühl, und ein prächtiger
Schrein der schönen Ding. Procida ist
weder Aschenputtel noch Prinzessin: sie
ist die Insel, die den Gemeinplätzen
entflieht, um ein Ort der Seele zu werden.
Procida ist die Insel der Graziella, des
Postmannes, sie ist Arturos Insel; aber
vor allem ist sie der Ort, wo freie und
kreative Geister zu sich selbst zurück
finden oder sich verlieren können,
was mitunter das Gleiche ist. Procida ist
vulkanischen Ursprungs, sie stellt die Überbleibsel
von 4 Kratern dar, wovon sie einen gemeinsam
mit Vivara bildet, der kleinen, unbewohnten
und unberührten Insel, die heute durch
einen schmalen Streifen Wasser von Procida
getrennt ist und durch eine Brücke
wieder mit ihr verbunden wurde, und sie
liegt zwischen der Insel Ischia, mit der
sie den Parthenopäischen Archipel bildet,
und dem Vorgebirge des Capo Miseno, von
dem sie der gleichnamige ca. 3 km breite
Kanal trennt.
|
| |
| |
| |
| |
|
|
| |
|
|
| |
|
|
|
Ihrer glühend
heißen Geburt verdankt Procida ihre
unregelmäßige Form, wer sie von
oben sieht, bekommt den Eindruck eines flachgedrückten
Tintenfisches mit ausgebreiteten und durcheinander
geratenen Armen. 5 Landzungen und 5 aus
allen Himmelsrichtungen vom Wind gepeitschte
Buchten. Procida, “die Niedrige”,
nannte sie Savino, und tatsächlich
liegt ihr höchster Punkt bei knapp
91 Metern. Als “wimmelnden Termitenbau”
beschrieb sie Cesare Brandi: fast 11000
Einwohner auf ca. 4 Quadratkilometern, was
sie in Bezug auf die Bevölkerungsdichte
zu einer der bevölkerungsreichsten
Gemeinden Europas macht. Aber Procida ist
auch heute immer noch so wie sie Elsa Morante
mit unvergesslichen Pinselstrichen beschrieben
hat… “Meine Insel hat einsame
Sträßchen, die von alten Mauern
begrenzt sind, und außerhalb derer
sich Obstgärten und Weingärten
dahin ziehen, die kaiserliche Gärten
zu sein scheinen.
|
|
 |
| |
|
|
|
|
|
 |
|
Sie
hat verschiedene Strände mit hellem,
feinem Sand, und andere, kleinere Ufer,
die mit Kieselsteinen und Muschelschalen
bedeckt und zwischen großen Klippen
versteckt sind. Zwischen diesen hoch aus
dem Wasser aufragenden Felsen nisten Möwen
und wilde Turteltauben, deren Rufe man besonders
am frühen Morgen hört…
Dort ist das Meer an ruhigen Tagen sanft
und kühl, und es setzt sich am Ufer
nieder wie Tau. Oh, ich würde nicht
verlangen eine Möwe oder ein Delphin
zu sein; ich würde mich schon damit
zufrieden geben, ein Drachenkopf zu sein,
der hässlichste aller Fische im Meer,
nur um dort unten sein zu können, um
mich in diesem Wasser zu vergnügen…”
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|