Sie ist die Aussichtsterrasse von Procida.
Eine kleine Piazza, ausgesetzt zwischen
Himmel und Meer, von der aus man in die
Unendlichkeit blickt.
An der Wegekreuzung zwischen Corricella,
Marina Grande und Terra Murata, war diese
Piazza Schauplatz eines der tragischsten
Ereignisse in der Geschichte der Insel:
Hier erfolgte die Hinrichtung von 16 Bürgern
durch den Strang, deren Schuld es gewesen
war, dass sie sich der Parthenopäischen
Republik angeschlossen hatten. Daher die
Bezeichnung Piazza dei Martiri“ (Platz
der Märtyrer), die seither jene ältere
“Spassìggio”, das bedeutet
„Gegend zum Spazieren gehen“,
ersetzt, die jedoch auch heute noch viele
Bewohner des Ortes weiterhin benutzen.
Die Piazza wird beherrscht vom Friedhof
„Santa Maria delle Grazie“,
der für das Barockzeitalter typisch
ist, und vom Palazzo De Iorio, der in der
zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts
in gotischem Stil über einem früheren
Palazzo errichtet wurde. Wenige Meter vom
Friedhof entfernt befindet sich außerdem
die Statue von Antonio Scialoja (1817-1879),
einem herausragenden Bürger von Procida
und berühmten Wirtschaftsexperten,
der mehrere Male Minister war. Trotzdem
verstehen die Procidaner unter dem Namen
Sèmmarèzio nicht nur die wunderschöne
kleine Piazza, sondern auch vier charakteristische
Häusergruppen, welche die Zone umgeben:
Casàle, Casalièddo, Schianata
und Vascieddo.
Dies
waren die ersten Ansiedlungen die außerhalb
der Zitadelle der Terra Murata gegründet
worden waren und ihre Architektur ist immer
gleich: Eine Gruppe von Behausungen, alle
in Pastelltönen bemalt und um einen
Hof oder eine Sackgasse herum angeordnet.
Wenn man also von der Terra Murata aus hinunter
geht, folgen in einem gewundenen Labyrinth
aufeinander die Häusergruppen: Casale
della Spianata, mit einem lang gezogenen
Hof, Casale Vascello, wohin man vom Casale
della Spianata aus durch einen überdachten
Gang von eindeutig islamischem Charakter
gelangt, dann Casalièddo, ein kleines
Beispiel für Bauwerke mit Verteidigungscharakter,
und Casale di Santa Maria delle Grazie,
das weitverzweigteste Beispiel.
Schließlich kann ein ungewöhnlicher
Spaziergang in einer Zone wie dieser nur
auf dem Weinberg enden, einer Gegend, die
von alters her dem Anbau der Rebstöcke
gewidmet war, und in der man, außer
dem berühmten Haus, der „Casa
dei Guaglioni“ (guaglione = neapolitanisch
für Junge, Bursche) , das Elsa Morante
in ihrem Buch Arthuros Insel beschrieben
hat, senkrecht über dem Meer einen
suggestiven Verbindungspfad finden kann,
der die einzige wirkliche Abkürzung
zum Hafen Marina Grande darstellt.
Visual Tour Semmarèzio
Zu
besichtigen
· Friedhof
· Platz der Märtyrer,
früher, Spazierweg
· Casale della Schianata
· Casale Vascello
· Casalièddo
· Casàle
· Weinberg
· Casa dei Guaglioni
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