Sie ist der Ort auf Procida,
der die meisten Emotionen weckt, dieser
Spaziergang ist absolute Pflicht!
Auf ca. 91 Metern über dem Meeresspiegel
gelegen, dem höchsten Punkt der Insel,
stellt die Terra Murata eine Insel innerhalb
der Insel dar.
Seit jeher historisches und kulturelles
Zentrum der Insel, ist sie nur über
einen steilen Weg erreichbar, auf dem man
ein unglaubliches, atemberaubendes Panorama
des gesamten Golfs von Neapel und seiner
Inseln genießen kann. Zwei Kanonen
von großer Reichweite, der Republik
Neapel von 1799, heißen einen an einem,
gelinde gesagt, zauberhaften Ort willkommen.
Sträßchen, Gässchen, außergewöhnliche
Plätze kennzeichnen die Schönheit
und Besonderheit dieses Ortes.
Das alte Stadtviertel wurde, aufgrund seiner
strategischen Lage, seit dem 9. Jahrhundert,
nach den ersten Barbaren- und Piraten-Überfällen,
zum bewohnten Kern der Insel. Zwei Stadttore,
das von Terra und jenes von Mezz’Omo,
und ein Wassergraben, der Largo dei Fossi,
isolierten und beschützten außerdem
diese Zone, die damals Terra Casata genannt
wurde. In der Straße „Via del
Borgo“ kann man eine typische Behausung
bewundern, die ein Beispiel für die
örtliche Bauweise darstellt, mit Wohnräumen,
die aus dem Tuffstein herausgehauen sind
und sich auf drei Ebenen erstrecken, mit
dem Erdgeschoss, das als Kaufladen oder
Lagerraum ausgestattet war, und Außentreppen,
für den Zugang zu den oberen Stockwerken.
Das einzige
Beispiel für herrschaftliche Architektur
ist der Palazzo der Patrizierfamilie De
Iorio, eine befestigte Struktur, die vor
1500 erbaut wurde, und vermutlich Giovanni
da Procida als Wohnsitz gedient hat, dem
ersten Feudalherren der Insel und Held der
Sizilianischen Vesper. Ab 1656 wurde das
Gebäude als Waisenhaus benutzt.
Der Ort wurde umgestaltet auf Initiative
des Kardinals Innico d’Avalos d’Aragona
(1561-1600), dem Feudalherrn der Insel,
Abt und Komtur des Klosters San Michele
Archangelo (dem Erzengel Michael geweiht),
der, zum Schutz vor den ständigen Piratenüberfällen,
an der Stelle des alten Stadttores „Porta
della Terra“, eine Burg erbauen ließ,
das Castello d’Avalos, sowie, um diese
Zitadelle herum, befestigte Mauern, die
sich an der Porta di Ferro öffnen ließen:
Aus Terra Casata wurde somit Terra Murata.
D’Avalos war es auch, der den Dominikanerbrüdern
erlaubte, ihre Niederlassung aus Santa Margherita
in Chiaiolella auf die südlichste Kuppe
der Terra Murata zu verlegen, die von da
an Punta dei Monaci (Kuppe der Mönche)
genannt wurde und wo ein neues Kloster errichtet
wurde, mit dem Namen Santa Margherita Nuova,
dort wo kurz zuvor durch die Französiche
Marine, welche die Republik Neapel von 1799
gegen die Anglo-Bourbonischen Streitkräfte
unterstützt hatte, zwei Kanonen mit
großer Reichweite aufgestellt worden
waren, damit sie über die vorgelagerte
Bucht von Corricella wachen sollten.
Um die
D’Avalos-Burg, die Reisenden, welche
mit dem Schiff aus Neapel kommen, als erstes
Element von Procida in Sicht kommt, drehten
sich jahrhundertelang die Geschichte und
das Schicksal Procidas. Das Schloss war
Sitz der Familie D’Avalos, bis zum
Beginn des 18. Jahrhunderts, als infolge
der Zerwürfnisse zwischen Karl III.
von Bourbon, dem König von Neapel und
Giovan Battista d’Avalos letzterer
enteignet, und die Insel zu einem dem Hofe
und dem König vorbehaltenen Jagdrevier
gemacht wurde. Auf diese Zeit gehen somit
die ersten Veränderungen im Inneren
der Burg zurück, die sie in einen Königspalast
umwandelten, eine Funktion, die sie bis
1815 erfüllte, wonach sie zunächst
eine Militärakademie und dann eine
Strafanstalt wurde. Ab dem 19. Jahrhundert
wurde sie erheblich erweitert, so dass Sie
zu einer wahren Kerkerzitadelle wurde, die
bis 1988 in Funktion blieb. Heute ist sie
Mittelpunkt zahlreicher und ambitionierter
Projekte, worunter jenes, sie in ein polyvalentes
touristisch-kulturelles Zentrum umzuwandeln,
die meiste Zustimmung erfährt.
Außer
der Burg ist die andere Hauptattraktion
von Terra Murata die wunderbare Klosterkirche
San Michele Arcangelo, seit mehr als tausend
Jahren religiöses und kulturelles Zentrum
der Insel, Ergebnis vielfacher Umschichtungen
und architektonischer Umwandlungen, die
im Laufe der Jahrhunderte stattgefunden
haben.
Es gibt zwei Eingänge zur Klosterkirche:
Den Haupteingang, der auch Porta del Carmine
genannt wird, wegen eines Freskos, das die
Madonna del Carmine darstellt, und den anderen
Eingang, mit einer Fassade, die während
der Regentschaft des Kardinal D’Avalos
realisiert wurde. Unter den vielen vorhandenen
Meisterwerken verdienen es genannt zu werden:
Die wunderbare hölzerne, mit Dukatengold
vergoldete Kassettendecke, die Ende 1600
fertig gestellt wurde und in deren Mitte
sich ein Gemälde aus der Schule Luca
Giordanos befindet, „Der Heilige Erzengel
Michael, wie er den Teufel besiegt“,
die Hauptorgel der Klosterkirche, die vier
Gemälde des neapolitanischen Malers
Nicola Russo, eines Schülers des Luca
Giordano, von denen eines die berühmte
Erscheinung des Heiligen Erzengel Michael
am 8. Mai 1535 darstellt, wie er die Sarazenen
von der Insel verjagte. Zur Erinnerung an
das legendäre Ereignis kann man noch
immer einen im Inneren der Klosterkirche
aufbewahrten Sarazenenanker besichtigen.
Somit erklärt es sich von selbst, dass
die Procidaner ihren Schutzpatron, um ihn
zu ehren, zwei Mal im Jahr in einer Prozession
mit sich tragen: Am 29. September nur durchs
Stadtviertel Terra Murata, wobei am Ende
von der „Mole del Mulino“ aus,
einem freien Platz, auf dem früher
eine Mühle stand, die gesamte Insel
gesegnet wird, und eben am 8. Mai, wenn
die Silberstatue durch verschiedene Kontraden
von Procida getragen wird.
Der Fußboden
der Klosterkirche, aus neapolitanischer
Terracotta und Maioliken aus dem 17. Jahrhundert
weist zahlreiche Grabplatten auf, die den
Zugang zu den unterirdischen Gewölben
öffnen, wo einst der antike Friedhof
der Insel war.
In die unterirdischen Gewölbe der Klosterkirche
hinabzusteigen, bedeutet eine Reise zu unternehmen,
durch Geschichte, Kultur, Tradition, Glaube
und Mysterium. Außer einem wunderbaren
Panorama, nur aus Himmel und Meer, kann
man während des Rundgangs, der sich
in drei Ebenen gliedert, Objekte und Dokumente
von immensem historischem Wert bewundern.
Um die Atmosphäre in den unterirdischen
Gewölben noch suggestiver zu machen,
gibt es dort schließlich das Beinhaus,
eine antike Begräbnisstätte, charakterisiert
durch das Vorhandensein eines unterirdischen
Wandelganges, wo die Toten mumifiziert wurden,
und wohin man über immer noch sichtbare
Falltüren Zutritt hatte. Bis zum heutigen
Tage kann man dort teilweise mumifizierte
menschliche Überreste sehen. Dennoch
kann man nicht von der Klosterkirche fortgehen,
ohne bei den die Besucher ermahnenden Kärtchen
innezuhalten, welche Monsignor Fasanaro
hier und dort im Klosterkomplex ausgelegt
hat, und der besser bekannt ist als „il
Curato“ (der Kurator), dem es gelungen
ist, in mehr als fünfzig Jahren einen
religiösen Komplex, den man für
eine der schönsten Klosterkirchen Italiens
hält, wieder in glänzendem Licht
erstrahlen zu lassen.
Die besondere
Gestaltung des antiken Stadtviertels und
der eindrucksvolle Palazzo D’Avalos
können auch vom Meer aus bewundert
werden, im Bereich gleich nach dem Hafen
Marina Grande, wo man zunächst auf
einen kleinen Strand und dann auf die geheimnisvolle
Grotta del Bue Marino (Grotte des Meerochsen)
stößt, die, wie eine Fischerlegende
es will, von einem seltsamen Meereswesen
bewohnt wurde.
Ein magischer Ort also, wo man sich an die
Worte Elsa Morantes erinnert fühlt:
„Hier treffen sich alle Winde, um
dir durchs Haar zu streichen, und alles
Licht der Welt, um dich zu erleuchten, und
ein unendliches Azurblau, um dir Frieden
zu schenken...
Visual Tour Terra Murata
Zu
besichtigen · Abbazia
di San Michele Arcangelo ·
Borgo Antico di Terra Murata ·
Belvedere di Via Borgo ·
Casa Tipica procidana ·
Castello "D'Avalos"
· Piazza delle Armi ·
Complesso Carcerario ·
Porta di "Mezz'Omo" e di
"Ferro" · Via
del Mulino · Belvedere
dei Due Cannoni · Convento
di Santa Margherita
Procidatour.itFerienwohnungen
Procida
Via Santo Ianno, 20
Insel Procida 80079 (NEAPEL) Italy
telefon [+39] 081.896.93.33
mobil [+39] 338.70.97.610
Email info@procidatour.it